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71. Mitgliederversammlung / Nachwuchswinzer Erik Kiefer in den Aufsichtsrat gewählt

von links: Vorstandsvorsitzender Horst Seger, Aufsichtsrat Erik Kiefer, Weinprinzessin Leonie Zapf, Geschäftsführer Christian Gehring

71. Mitgliederversammlung / Nachwuchswinzer Erik Kiefer in den Aufsichtsrat gewählt

Trotz Pandemie konnte die Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg im Rahmen ihrer 71. Mitgliederversammlung über gestiegene Umsatzerlöse berichten. Jungwinzer Erik Kiefer wurde neu in den Aufsichtsrat gewählt. 63 Mitglieder wurden für langjährige Treue geehrt.

„Zukunft bedingt das Bewusstsein für die Tradition und die Wurzeln, aus denen man kommt.“ So freute sich Geschäftsführer Christian Gehring besonders die amtierenden Weinprinzessinn Leonie Zapf begrüßen zu dürfen, die gemeinsam mit Lou Jost das traditionsreiche Amt der Weinprinzessin auf moderne Weise und mit Leidenschaft lebt. Mit ihren Grußworten stimmte die Weinhoheit die Mitglieder auf die Versammlung in der Festhalle Diersburg ein.
Deutlich sachlicher folgte der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2020/21, vorgestellt und erläutert durch Geschäftsführer Christian Gehring. Trotz der im Berichtszeitraum immer wiederkehrenden Schließungen konnte der Umsatz erneut gesteigert werden und lag mit einem Plus von 5,5 Prozent bei rund 5,7 Millionen Euro. Gleichzeitig konnten sowohl die Personalaufwendungen als auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gesenkt werden. Rund ein Drittel der Umsatzerlöse wurde als Traubengeld an die Winzer ausgeschüttet. Die erfreuliche Entwicklung dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch gestiegene gesellschaftliche Anforderungen und Preissteigerungen sowohl im Weinberg als auch bei der Weinbereitung in der Kooperative die wirtschaftliche Situation für die Winzer weiterhin angespannt bleibt. Um dem zu begegnen musste auch die Weinmanufaktur zum Jahreswechsel ihre Preise anpassen, so Gehring in seinem Geschäftsbericht. „Unsere Hauptaufgabe der nächsten Jahre wird es sein, dem faszinierenden regionalen Produkt Wein weiterhin die Wertschätzung zu vermitteln, die es verdient und somit den regionalen Absatz zu stärken.“ Wein aus der Region habe gerade aus Sicht eines nachhaltigeren und bewussteren Umgangs mit der Natur und den Menschen zahlreiche Vorteile, ist Gehring überzeugt. „Unseren Winzern liegt Nachhaltigkeit eigentlich im Blut.“ Es gibt kaum einen Wirtschaftszweig in der Region, der eine längere Tradition vorweisen kann als der Weinbau. „Über Generationen hinweg gewinnen wir unsere Trauben noch auf genau denselben Flächen und Böden wie vor hunderten von Jahren“, so Gehring und verwies auf die urkundliche Erwähnung von Weinbau in Gengenbach aus dem Jahre 888.
Oftmals wüssten die Kunden nicht, was die Winzerinnen und Winzer Tag für Tag alles leisten. Dies gelte es noch besser zu kommunizieren. Wenn noch mehr Menschen davon überzeugt werden könnten, dass es hier in der Region hervorragende und soziologisch, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Weine gibt, dann werde es auch künftig Weinbau in der Ortenau geben, betonte der Geschäftsführer. Als Beispiel führte Gehring das ausgesprochen positive Kundenecho an, das die neu angebaute Sorte Sauvitage gerade erfährt. Diese Sorte steht hierbei für neue resistentere Rebsorten, die mit einem Bruchteil an Pflanzenschutz auskommen.
Erfreulich ist auch, dass die Weinmanufaktur auf sehr engagierte junge Winzer setzen kann, die sich bewusst für das Winzerhandwerk und die Teilnahme an der Kooperative entscheiden. Dies unterstreicht auch die Wahl des neuen Aufsichtsrats Erik Kiefer aus Ortenberg. Erik Kiefer stammt aus einer traditionsreichen Ortenberger Winzerfamilie und ist seit Jahren bereits in verschiedenen Projekten engagiert. Jüngst wirkte er bei der Aktion „Bänke für das Rebland“ mit. Die Jungwinzer der Weinmanufaktur haben hierbei aus gebrauchten Fassdauben zahlreiche Bänke an Aussichtspunkten in den Weinbergen der Weinmanufaktur aufgestellt.
Investitionen in die Zukunft
Diese nächste Generation verpflichtet die Kooperative, auch in die Zukunftsfähigkeit des Betriebes zu investieren. So wurde trotz der schwierigen Zeit der Pandemie ein umfangreiches Investitionspaket beschlossen. Mitte des Jahres 2022 wird in Gengenbach die Abfülllinie mit einem Investitionsprogramm von 1,3 Millionen Euro komplett erneuert werden. Neben energetischer Optimierung freut sich das Team über eine deutliche Verbesserung der Füllqualität. „Wir können zukünftig die Weine noch schonender in einer abgeschlossenen Atmosphäre füllen und werden dadurch noch mehr Geschmack aus dem Weinfass in die Flaschen bringen.“
Auch in die Präsentation und den Verkaufsbereich für die Weine soll zeitnah investiert werden. Das Genehmigungsverfahren für die Sanierung des Standorts in Gengenbach befindet sich in der Endphase. Es wird täglich mit der Baufreigabe gerechnet. Neben einer optischen Neugestaltung wird auch das Raumkonzept neu aufgestellt. Durch eine barrierefreie Präsentation und Verkostung soll insbesondere auch das touristische Kundenpotenzial von Gengenbach stärker im Fokus stehen.

 

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